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Fernklangcarillon

20:00 bis 21:30 I 22:00 bis 23:30 Uhr 

Das Fernklangcarillon (oder auch Telefonorgel) ist eine Kombination aus Technologiearchäologie und moderner rhythmischer Ansteuerung. Es ist ein digital gesteuertes, akustisches Instrument, welches die Physik der Telefone praktisch zu seinen Zwecken nutzt, um Klänge zu erzeugen, zu halten und im Raum zu verteilen. So wird aus acht einfachen Wählscheibentelefonen ein vom Computer gesteuertes, erratisch wirkendes Glockenspiel. 

Die Glocken in den Telefonen wurden von Hand gestimmt und werden von einem – für dieses Objekt entwickelten – Sequencer gesteuert. Dieser erlaubt polyfone Schritte, Micro-Timing, Kommunikation und Kombination mit anderen Sequencern und Klangerzeugern.

Konzept: Das Instrument steht für Zweckentfremdung und neue Einordnung. Aus dem schrillen Schrei der Telefone nach Aufmerksamkeit wird ein abstraktes Lied. So wird gezeigt, dass sich in jedem Telefon ein Carillon befindet, das wir gelernt haben als störend, aufmerksamkeitsheischend und zweckhaft zu empfinden. Hier werden wir über Musik verbunden, wie wir auch über die erzeugende Technik verbunden wurden. 

Hintergrund: Das Projekt entstand im Rahmen einer Unterstützung der Lübecker Kulturkirche St. Petri und in Zusammenarbeit mit Musikern der Lübecker Musikhochschule. Aktuell wird es im Rahmen eines Forschungsprojekts an der HAW Hamburg weiterentwickelt. 

 

Veranstaltungsort:
Koberg, Sommergarten