zum Hauptinhalt springen

Neue Ausstellung im Museum für Natur und Umwelt eröffnet Einblicke in die Welt der Kristalle   

"Kristallmagie - Verborgener Zauber dunkler Turmaline“

Pressemitteilung als PDF

Ab Freitag, den 2. Oktober 2026, lädt die neue Sonderausstellung „Kristallmagie - Verborgener Zauber dunkler Turmaline“ des Lübecker Museums für Natur und Umwelt dazu ein, in die Welt der Kristalle einzutauchen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die verborgenen Strukturen im Inneren dunkler Turmalinkristalle. Dünnschliffe und Mikrofotografien machen sichtbar, was sonst verborgen bleibt: leuchtende Farben, faszinierende Muster und komplexe Strukturen, die an Landschaften oder abstrakte Bilder erinnern. Zu sehen sind über 400 Kristalle sowie mehr als 1.000 farbenprächtig hinterleuchtete Turmalindünnschliffe und großformatige, mikrofotografisch erzeugte Kristallbilder, die den Besucher:innen ungewöhnliche Einblicke in die „Kristalllandschaften“ dieser Mineralien bieten. Dabei verbindet die Ausstellung ästhetische Eindrücke mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie zeigt, wie Turmalinkristalle wachsen und dabei unterschiedliche Farben, Formen und Strukturen entstehen. Ein Fokus liegt auf den sogenannten dunklen Turmalinen: Diese auf den ersten Blick unscheinbaren und pechschwarzen Kristalle offenbaren farbige Strukturen im Inneren, wenn sie hauchdünn geschliffen werden. Die verschiedenen Farbzonen sind nicht nur ästhetisch beeindruckend, sondern geben zugleich Aufschluss über die Entstehungs- und Wachstumsgeschichte der Kristalle. Die verschiedenen Prozesse, die zur Ausbildung dieser Farbstrukturen führen, werden anhand der ausgestellten Kristalle und Mikrofotografien für die Besucher:innen sichtbar gemacht. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist eine mehr als zwei Meter große Lichtskulptur eines Kristallmodells. Die gezeigten Objekte stammen aus unterschiedlichsten Regionen und Gebirgsgebieten der Welt – von Europa über Nord- und Südamerika bis nach Asien und Afrika, aber zugleich zeigt die Ausstellung auch Fundstücke aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Medien- und Mitmachstationen laden darüber hinaus dazu ein, die Ausstellungsthemen selbstständig zu erkunden und zu vertiefen. Kuratiert wurde die Ausstellung von dem Chemiker, Mineraliensammler und -fotografen Dr. Paul Rustemeyer. Sie ist bis zum 30. Mai 2027 zu sehen.

Wissenschaft trifft Ästhetik

Bereits seit Jahrtausenden faszinieren Mineralien und Kristalle. Turmaline sind eine Gruppe von Mineralien, die in zahlreichen Formen und Farbvarianten vorkommen. Da es sie in nahezu allen Farben des Spektrums gibt, werden sie auch als „Edelsteine des Regenbogens“ bezeichnet. Die bunten Varianten – wie der rote Rubellit, der grüne Verdelith oder der blaue Indigolith – sind schon seit Jahrhunderten als Sammlungsobjekte und Schmucksteine sehr beliebt. Erst vor einigen Jahren wurde entdeckt, dass auch die häufig vorkommenden Kristalle der schwarzen Turmalinart „Schörl“ Farben im Inneren verbergen. Mit Hilfe der Mikrofotografie gelang es dem Chemiker und Kurator der Ausstellung Dr. Paul Rustemeyer, die beeindruckenden Kristallbilder der Dünnschliffe einzufangen und mineralogisch zu interpretieren. Dabei gleicht kein Kristall dem anderen. Für Dr. Rustemeyer liegt gerade darin der besondere Reiz der Ausstellung: „Es ist jedes Mal ein magischer Moment, wenn eine schwarze Kristallscheibe beim Schleifen immer transparenter und farbiger wird und dann ihre einzigartigen Strukturen zu erkennen gibt.“ Die hinterleuchteten Dünnschliffe und großformatigen Mikrofotografien verleihen der Ausstellung eine besondere Atmosphäre und machen zugleich die wissenschaftlichen Erkenntnisse sichtbar, die in ihrem Inneren verborgen liegen. Diese farbenprächtigen Strukturen im Inneren entstehen während des Kristallwachstums, wenn sich die Bedingungen in der Umgebung des Kristalls verändern. Dabei erlauben es viele der neu entdeckten Strukturen die Ereignisse während des Wachstums nachzuvollziehen. So lassen sich auf den Kristallbildern unter anderem Einschlüsse und Störungen durch andere Mineralien, Bruchereignisse, natürliche Korrosionsprozesse und anschließende Verheilungsprozesse erkennen.

Kristalle aus aller Welt – und aus Deutschland

Die gezeigten Kristalle stammen aus den verschiedensten Regionen und Gebirgsgebieten. Zu den Herkunftsorten gehören unter anderem Italien, Schweden, Namibia, Madagaskar, Afghanistan, Pakistan, Brasilien und Australien. Neben den Stücken aus aller Welt werden speziell auch zahlreiche Turmalinkristalle aus Deutschland präsentiert. Die Stücke stammen beispielsweise aus Bayern, Sachsen, darunter dem Vogtland und dem Erzgebirge, sowie aus dem Schwarzwald. Auch ein Fund aus dem Harz ist in der Ausstellung zu sehen.

Die Direktorin des Museums für Natur und Umwelt Dr. Susanne Füting freut sich über die Wanderausstellung: „Es ist großartig, dass es gelungen ist, die wunderbare Mineralienausstellung „Kristallmagie“ jetzt in Lübeck zeigen zu können. Sie lädt dazu ein, den Zauber der Kristalle zu entdecken und magische Momente zu erleben.“

Die Schau konnte dank finanzieller Unterstützung durch die Possehl-Stiftung und den Förderverein des Museums für Natur und Umwelt realisiert werden.

 

Eröffnung und Begleitprogramm

Die Ausstellung „Kristallmagie“ wird am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, um 18 Uhr im Museum für Natur und Umwelt mit einem Vortrag des Kurators Dr. Paul Rustemeyer eröffnet. Die Teilnahme an der Eröffnung ist kostenfrei.

Begleitend zur Ausstellung finden zahlreiche Veranstaltungen wie öffentliche Führungen und Vorträge statt, darunter auch Workshops, bei denen eigene Kristallscheiben hergestellt werden können. Diese sind tagesaktuell der Homepage des Museums für Natur und Umwelt zu entnehmen. Führungen sowie Workshops für Gruppen und Schulklassen können telefonisch unter 0451- 122 2296 gebucht werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie online unter https://museum-fuer-natur-und-umwelt.de/kristallmagie